Man reist nur noch, um schnell anzukommen – Hilfe bei Jet-lag

„Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“, schrieb einst Johann Wolfgang von Goethe. Versetzen wir uns in die Zeit der sogenannten „Grand Tour“, dann mag dieses Zitat eine hübsche Beschreibung für die damaligen Verhältnisse gewesen sein. Grand Tour bezeichnete Bildungsreisen in der Renaissance bis ins achtzehnte Jahrhundert. Jungen Adeligen sollte sie den letzten Erziehungs-Schliff geben. Auf ihren Reisen zu bedeutenden Orten, lernten sie fremde Sprachen, Sitten und Kulturen kennen und verfeinerten so ihre Manieren von Weltläufigkeit. Bei den Älteren, war es die Vertiefung von Bildung, mitunter versprach man sich aber auch die Annehmlichkeiten eines gesünderen Klimas. Beiden, den Jungen und Älteren, war eins gemeinsam: Für Reisen war Zeit und Reisen brauchten viel Zeit. Während die Grand Tours zu Anfang noch zu Pferd oder sogar zu Fuß unternommen wurden, setzte sich später die Kutsche als Verkehrsmittel durch. Im Durchnschnitt betrug die Fahrtzeit damit selten mehr als 20 km/h.

Diese Unannehmlichkeiten gehörten dazu – man reiste ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen. Heute trifft die Umkehrung davon zu: Man reist nur noch, um schnell anzukommen. Vergleichsweise unter luxuriösen Bedingungen, überqueren wir heute Zeitzonen schneller, als unser Körper sich der Zeitverschiebung anpassen kann. Normalität ist: Heute London, morgen New York, übermorgen Shanghai . Gerade für Vielflieger ist das Überqueren von Zeitzonen an der Tagesordnung und damit Jet-lag ebenso.

Jet-lag

Das Phänomen Jet-lag, beschreibt die Anpassung des Körpers an einen neuen Zeitplan, nachdem wir einen Kontinent oder Ozean überflogen haben. Der Körper braucht mehrere Tage, um sich an die neuen Zeitabläufe zu gewöhnen. Eine Faustregel besagt: Für die Anpassung braucht der Körper pro überquerte Zeitzone 24 Stunden. Für Businessleute, die viel unterwegs sind, kann dieser Umstand zur quälenden Nebenerscheinung werden, sie müssen einen klaren Kopf behalten und fit sein. Geplagt sind aber auch Urlauber, die sich mehrere Tage unwohl fühlen, bevor sie ihren Aufenthaltsort genießen können.

Melatonin – Hilfe bei Jet-lag

Bereits seit den achtziger Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Jet-lag. So prüfte man auch den Einsatz von Melatonin als Mittel gegen die Symptome von Jet-lag. Dabei basierte die Wirkungstheorie auf dem Wissen, dass Melatonin eine regulierende Rolle beim Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Deshalb müsste Melatonin auch in der Lage sein, die biologische Uhr des Körpers neu einzustellen, um es ihr zu erlauben sich schneller an die neue Zeitzonen anzupassen. Die Ergebnisse von Experimenten bestätigten die Theorie in der Praxis: Menschen, die Melatonin nehmen, leiden weit weniger unter den Auswirkungen von Jet-lag, als solche die es nicht tun.

Einfache Regeln zur Vermeidung von Jet-lag:

Neben der Einnahme von Melatonin gibt es auch einfache Regeln zur Vermeidung von Jet-lag*:

  • Auf Reisen, insbesondere während der Flüge, viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das gleicht den Flüssigkeitsverlust aus.
  • Koffeinhaltige und alkoholische Getränke vermeiden, da Sie damit einen bereits gestörten Schlafrhythmus durcheinander bringen können.
  • Körperlich aktiv bleiben durch Bewegung – ein Mangel kann zu schlaflosen Nächten beitragen.
  • Mahlzeiten den örtlichen Essenszeiten anpassen. Die Verdauung kann die Anpassung des Gehirns beschleunigen.

Quelle:

*) Vgl. Pierpaoli, W.; Regelson, W (1996): Melatonin – Schlüssel zu ewiger Jugend, Gesundheit und Fitness. München.

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