Der späte Vogel fängt den Wurm

Ab nächster Woche heißt es wieder für alle Familien in ganz Deutschland: Pausenbrote schmieren, Schultasche packen und dem Bus hinterher sprinten – die Sommerferien sind endgültig überall vorbei. Doch anders als im Tierreich fängt in der Schule nicht der frühe, sondern der späte Vogel den Wurm. Denn gerade junge Heranwachsende leiden auf Grund eines verschobenen Biorhythmus unter den frühen Weckzeiten, die die Schule von ihnen abverlangt. Weil hormonbedingt ihre innere Uhr den Schlaf bis zu zwei Stunden später einläutet, sind morgenmuffelige Schüler naturgemäß weder nur faul noch träge sondern einfach enorm schlafbedürftig. Herumwandern um Mitternacht und Schäfchenzählen in den Morgenstunden entspricht eher dem jugendlichem Schlafrhythmus als bereits in der früh um acht Uhr die Schulbank zu drücken. Was Wissenschaftlern schon lange bekannt ist, hat nun eine Schule in England in ihren Tagesablauf integriert und auf diese Weise eine enorme Leistungssteigerung bei den Schülern hervorgerufen. Statt die Schule wie im Rest des Landes um neun Uhr beginnen zu lassen, mussten die Sprösslinge erst ab zehn Uhr dem Unterrichtsgeschehen folgen. Auf diese Weise hat sich nicht nur der Notendurchschnitt der Schüler um 20 bis 30 Prozent verbessert, auch die Zahl der Schulschwänzer ist durch diese Maßnahme deutlich zurückgegangen. Ob weitere Schulen diesem positiven Beispiel folgen, bleibt abzuwarten. Für deutsche Schüler läutet die Schulglocke vorerst allerdings weiterhin in aller Frühe.

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