„Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“, schrieb einst Johann Wolfgang von Goethe. Versetzen wir uns in die Zeit der sogenannten „Grand Tour“, dann mag dieses Zitat eine hübsche Beschreibung für die damaligen Verhältnisse gewesen sein. Grand Tour bezeichnete Bildungsreisen in der Renaissance bis ins achtzehnte Jahrhundert. Jungen Adeligen sollte sie den letzten Erziehungs-Schliff geben. Auf ihren Reisen zu bedeutenden Orten, lernten sie fremde Sprachen, Sitten und Kulturen kennen und verfeinerten so ihre Manieren von Weltläufigkeit. Bei den Älteren, war es die Vertiefung von Bildung, mitunter versprach man sich aber auch die Annehmlichkeiten eines gesünderen Klimas. Beiden, den Jungen und Älteren, war eins gemeinsam: Für Reisen war Zeit und Reisen brauchten viel Zeit. Während die Grand Tours zu Anfang noch zu Pferd oder sogar zu Fuß unternommen wurden, setzte sich später die Kutsche als Verkehrsmittel durch. Im Durchnschnitt betrug die Fahrtzeit damit selten mehr als 20 km/h.
Diese Unannehmlichkeiten gehörten dazu – man reiste ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen. Heute trifft die Umkehrung davon zu: Man reist nur noch, um schnell anzukommen. Weiterlesen







