Wenn der Mensch das Schlafen verlernt

Quelle: WDR

Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ aktuell berichtet, verlernt der Mensch, wie er richtig schläft. Dem Münchner Schlafforscher Till Roenneberg zufolge gibt das moderne Arbeits- und Sozialleben auch den Schlafrhythmus vor, wodurch Schlaf zunehmend zur Entscheidungssache wird.

Der Mensch achte nicht mehr auf die eigene innere Uhr, sondern passe Schlafdauer und -zeitpunkt dem Terminkalender an. Zudem verlängere künstliches Licht zwar den Abend. Dafür bräuchten jedoch rund 80 Prozent der Erwachsenen einen Wecker zum aufstehen. Inzwischen kämpften sogar zwischen 40 und 50 Prozent der Erwachsenen mit Schlafproblemen, so der Forscher.

Das Problem titelt Roennenberg treffend Sozialer Jetlag. Ähnlich wie bei Flugreisen durch mehrere Zeitzonen komme die innere Uhr durch den modernen Tagesrythmus durcheinander. Der Organismus werde gezwungen gegen den natürlichen Schlaf-Wach-Rythmus anzukämpfen.

Linktipp:
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/schlafen/chronobiologie/die-menschen-haben-das-schlafen-verlernt_aid_1045597.html

Wie bei Kühen, so bei Fluggästen

Licht ist der wichtigste Einflussfaktor auf die innere Uhr des Menschen. Warmes, weißes Licht regt die Melatoninproduktion im menschlichen Körper an und trägt damit zur Entspannung bei. Kaltes Licht mit hohem Blauanteil bewirkt das Gegenteil: die Melatoninausschüttung wird unterdrückt und der Körper aktiviert.

Diesen Effekt wollen Forscher des Fraunhofer Instituts in einer Studie gezielt bei Fluggästen auf langen Reisen ausnutzen:

„Während der Flüge wurde die Beleuchtung mit Hilfe von LED und intelligenten Licht-Management-Systemen auf die jeweiligen Flugphasen und -zeiten abgestimmt. Neben der Lichtintensität wurden die Farbspektren, entsprechend der Tageszeit ausgewählt, um den circadianen Rhythmus zu unterstützen.”

Denn Flugreisen können den Tag-Nacht-Rhythmus durch grelles Licht und das Überspringen mehrerer Zeitzonen durcheinander bringen. Für die Studie wurde eine Flugzeugkabine nachgebaut und mit der entsprechenden Lichttechnik ausgestattet. Zudem wurden bei 32 Probanden physiologische und psychologische Reaktionen getestet, wie zum Beispiel Müdigkeit, Stress und Schlafqualität. Das Ergebnis: die angepassten Lichtsysteme führten medizinisch messbar zu  besserem Schlaf.

Derselbe Effekt wird genutzt, um Nachtmilchkristalle herzustellen. Was bei Kühen funktioniert, um ihren Melatoninpegel zu steigern, funktioniert also auch problemlos bei Fluggästen, damit sie besser schlafen können.

Linktipps:

Melatonin aus dem Urlaub

Wie das ost-bayrische “Wochenblatt” aktuell berichtet, greifen immer mehr Menschen zu Arzneimitteln aus dem Ausland – und umgehen damit das deutsche Arzneimittelrecht. Dabei übersehen sie, dass die Regelungen in Deutschland nicht ohne Grund strenger sind als in anderen Ländern. “Unser Arzneimittelrecht soll Verbraucher vor gesundheitlich bedenklichen Mitteln schützen”, sagt Werner Hösl von der DAK-Regensburg.

So würden immer mehr Menschen ihren Urlaub nutzen, um bestimmte, kostengünstigere Präparate im Ausland einzukaufen. Zu Problemen mit dem Zoll kommt es, wenn zu große Mengen eingeführt werden sollen oder bestimmte Produkte in Deutschland nicht zugelassen sind.

Beispielsweise lassen sich viele Deutsche Melatonin-Präparate von Freunden und Verwandten aus den USA mitbringen, da synthetisches Melatonin dort rezeptfrei und frei verkäuflich ist. Damit hoffen sie, Schlafproblemen entgegenzuwirken. Die Dosierungen von synthetischen Melatonin-Präparaten sind allerdings oft zu hoch – der Körper kann solche Mengen gar nicht verarbeiten. Zudem sind die Langzeiteffekte solcher Mittel bisher nicht ausreichend erforscht. Es gibt also Gründe, weshalb synthetisches Melatonin nur in Ausnahmefällen vom Arzt verordnet wird.

Melatonin is jedoch nicht nur auf Umwegen aus dem Ausland zu bekommen. Abhilfe schafft natürliches Melatonin, das aus Nachtmilch gewonnen wird und in Nachtmilchkristallen erhältlich ist. Dabei ist die Dosis wesentlich geringer, als bei synthetischen Präparaten. Denn: Der menschliche Körper stellt ohnehin das Schlafhormon Melatonin her. Wenn er jedoch zu wenig herstellt und der Schlaf beeinträchtig ist, können Nachtmilchkristalle den Pegel auf natürliche Weise wieder aufstocken.

Natürlich schläft es sich einfach besser!

Schlaf dich schlank!

Wer gerade schläft, der kann nicht essen. Das ist so selbstverständlich wie Kühe, die Milch geben. Doch dass Menschen, die genügend schlafen auch weniger essen wollen, das ist neu. Denn wie Wissenschaftler in den USA herausgefunden haben, hängt Übergewicht neben zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung auch von der Schlafmenge ab. So wirkt ungesundes Essen für Menschen, die zu wenig schlafen, viel attraktiver. Die Erklärung: Durch zu wenig Schlaf werden Belohnungs- und Vernunftzentren im Gehirn aktiviert, die sonst weniger aktiv sind.

Im Rahmen einer Studie wurden mit Hilfe von Magnetresonanztomografien Gehirnscans von 25 Probanden verglichen. Eine Gruppe bekam nächtlich nur vier Stunden Schlaf, die andere Gruppe hatte neun Stunden. Der Versuch zeigte, dass bei ungesunder Nahrung andere Gehirnregionen aktiv waren, als bei gesunder Nahrung. Bei wenig Schlaf sei aber die Gehirnregion besonders aktiv, die für das ungesunde Essen zuständig war. Auch aßen die Probanden häufiger, wenn sie weniger geschlafen hatten.

Quelle: http://healthnewsnet.de/uebergewicht-zu-wenig-schlaf-macht-lust-auf-dickmacher-386

Kein Energieschub durch Energy-Drinks

(Quelle: dpa)

Ein aktueller Test der Automobilzeitschrift „Auto, Motor und Sport”von 19 verschiedenen Energy-Drinks ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: die Getränke halten nicht, was die Werbung verspricht.

Von Leistungsschub und Wachrütteln weit und breit keine Spur – dafür allerdings zu viel Zucker und zu wenig Koffein, um richtig wirken zu können. Der Marktführer „Red Bull“ enthält beispielsweise nur 32,8mg Koffein pro 100/ml. Eine Tasse Kaffee enthält dagegen 71,5mg pro 100/ml. Zudem ist die Wirkung des Stoffes Taurin als Wachmacher im menschlichen Körper nicht nachgewiesen.

Die Tester kritisieren auch, dass die Getränke dem Körper Flüssigkeit entziehen, damit der Körper sie verarbeiten kann. Fans von Energy-Drinks sollten also zusätzlich Wasser trinken, um nicht zu dehydrieren.

Für einen echten Energieschub raten die Tester eher zu einem 15-minütigen Power-Nickerchen. Noch besser ist allerdings nachts gesund schlafen. Wer fit in den Tag starten möchte, kann durch Nachtmilchkristallen mit natürlichem Melatonin besser einschlafen – und damit auf ungesunde Energy-Drinks gepflegt verzichten.

Quelle: http://www.auto-reporter.net/1385/2_1385_104_51606_1.php

Die ausgeschlafene Stadt

Quelle: schlaf-bielefeld.de

Die Stadt Bielefeld geht mit gutem Beispiel voran: Eine Gruppe von Schlafmedizinern in der Stadt am Teutoburger Wald haben eine Initiative gegen Schlafstörungen ins Leben gerufen. Die Initiative “die ausgeschlafene Stadt” möchte die Bedingungen dafür schaffen, dass Schlafgestörte schneller und kompetenter diagnostiziert und behandelt werden.

Die Mediziner gehen davon aus, dass circa 32.000 Bielefelder an Schlaflosigkeit, unruhigen Beinen, Atemstillständen und Narkolepsie leiden. Leider kämen die Betroffenen meist viel zu spät zu einem Schlafmediziner. Teil der Initiative sind unter anderem verschiedene Schlaflabore, internistische und nervenärztliche Arztpraxen sowie psychotherapeutische Betreuungsgruppen. Ziel ist es, Schlafprobleme möglichst ohne Medikamente zu bekämpfen.

Wir finden: ein tolles Projekt mit Vorbildcharakter! Initiativen dieser Art für gesunden, vor allem aber natürlichen Schlaf, wünschen wir uns auch in anderen deutschen Städten.

Quelle: http://schlaf-bielefeld.de/

Gipfelstürmer dank Melatonin-Boost

Quelle: imagebase.net

Gute Nachrichten für Bergsteiger: Die University of Alaska in Anchorage hat auf dem höchsten Gipfel Nordamerikas den Effekt von Melatonin auf Bergsteiger und ihre Reaktionszeit untersucht. Die Wissenschaftler um Dr. Christopher Jung untersuchten 13 Bergsteiger über mehrere Tage beim Besteigen des Mount McKinley in Alaska.

Den Gipfelstürmern wurde entweder Melatonin oder ein Placebo 90 Minuten vor ihrer ausgewählten Schlafenszeit verabreicht. Mit Melatonin schliefen die Bergsteiger in der Hälfte der Zeit ein – was ihre kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflusste.

Während der Nacht wurde ihr Schlaf elektronisch überwacht und am nächsten Tag ihre Reaktionszeit beim Klettern gemessen. Den Wissenschaftlern zufolge ist Sauerstoffmangel in großen Höhen eng mit Schlafstörungen verbunden, was Auswirkungen auf die Reaktionsfähigkeit in solch extremer Umgebung haben kann. Das Ergebnis: Melatonin führte zu tieferem Schlaf und einer schnelleren durchschnittlichen Reaktionszeit bei den Bergsteigern am nächsten Tag.

Die Untersuchung lässt den Schluss zu: Zusätzliches Melatonin ist ein gutes Ergänzungsmittel für Extremsportler – besonders in großen Höhen.

Quelle: http://www.healthcanal.com/disorders-conditions/39301-melatonin-may-improve-sleep-and-cognition-at-high-altitudes.html

Melatonin und Licht gegen Demenz

Eine neue Studie in den Niederlanden hat die Auswirkungen von Licht und Melatonin auf Patienten mit altersbedingter Demenz untersucht. Schon länger werden Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus mit dem Rückgang kognitiver Fähigkeiten, Stimmungsschwankungen und Verhaltensveränderungen in Verbindung gebracht. Es liegt also nahe, dass Licht und das Schlafhormon Melatonin eine Rolle spielen könnten. Schließlich regeln sie den Tag-Nacht-Rhythmus im menschlichen Körper. Die Ergebnisse der Studie: Patienten, die länger taghellem Licht ausgesetzt waren, zeigten verbesserte kognitive Fähigkeiten und weniger depressives Verhalten. Da Melatonin den Schlaf der Patienten verbesserte, erscheint die Kombination von viel Licht und Melatonin als gute Abhilfe auch bei Altersdemenz.

Die Patienten wurden entweder hellem oder abgedunkeltem Licht ausgesetzt und bekamen Abends entweder Melatonin oder einen Placebo-Stoff. An der Studie nahmen 189 an Demenz leidende Personen in 12 verschiedenen Pflegeeinrichtungen teil. Die Patienten wurden im Schnitt über 15 Monate beobachtet.

Quelle: http://www.newsfix.ca/2013/06/14/turn-on-the-light-for-dementia-patients/

Die SZ beleuchtet das Schlafbedürfnis von Mensch und Tier

Beeinflussen die Gene den Schlaf? Kann man vorschlafen? Und warum vergleicht die Bundeskanzlerin ihren Schlaf mit dem eines Kamels?

Die SZ gibt Antworten:
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/menschliches-schlafbeduerfnis-von-lerchen-eulen-und-kamelen-1.1665158

Schlafmangel bei Schüler und Azubis festgestellt

Junge Leute, insbesondere Schüler und Azubis, schlafen zu wenig. Das besagt eine Studie zweier hessischer Wissenschaftler der Philipps-Universität Marburg und des Dillenburger Instituts für Gesundheitsförderung  und –forschung aus dem Jahr 2012. Die beiden Forscher haben im Zuge der Deutschen Azubi-Gesundheitsstudie (DAGS) 8850 Auszubildende und Schüler aus Dillenburg, Wetzlar, Korbach, Marburg, Gießen, Fulda, Frankfurt und Wiesbaden hinsichtlich ihrer Schlafgewohnheiten und ihres Gesundheitszustandes untersucht. Die Ergebnisse der Studie bestätigen: Junge Menschen leiden unter ständigem Schlafmangel. So schlafen rund zwei Drittel der Schüler und Azubis unter der Woche meist nicht mehr als sechseinhalb Stunden pro Nacht. Das wirkt sich negativ auf Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit aus.