Wie bei Kühen, so bei Fluggästen

Licht ist der wichtigste Einflussfaktor auf die innere Uhr des Menschen. Warmes, weißes Licht regt die Melatoninproduktion im menschlichen Körper an und trägt damit zur Entspannung bei. Kaltes Licht mit hohem Blauanteil bewirkt das Gegenteil: die Melatoninausschüttung wird unterdrückt und der Körper aktiviert.

Diesen Effekt wollen Forscher des Fraunhofer Instituts in einer Studie gezielt bei Fluggästen auf langen Reisen ausnutzen:

„Während der Flüge wurde die Beleuchtung mit Hilfe von LED und intelligenten Licht-Management-Systemen auf die jeweiligen Flugphasen und -zeiten abgestimmt. Neben der Lichtintensität wurden die Farbspektren, entsprechend der Tageszeit ausgewählt, um den circadianen Rhythmus zu unterstützen.”

Denn Flugreisen können den Tag-Nacht-Rhythmus durch grelles Licht und das Überspringen mehrerer Zeitzonen durcheinander bringen. Für die Studie wurde eine Flugzeugkabine nachgebaut und mit der entsprechenden Lichttechnik ausgestattet. Zudem wurden bei 32 Probanden physiologische und psychologische Reaktionen getestet, wie zum Beispiel Müdigkeit, Stress und Schlafqualität. Das Ergebnis: die angepassten Lichtsysteme führten medizinisch messbar zu  besserem Schlaf.

Derselbe Effekt wird genutzt, um Nachtmilchkristalle herzustellen. Was bei Kühen funktioniert, um ihren Melatoninpegel zu steigern, funktioniert also auch problemlos bei Fluggästen, damit sie besser schlafen können.

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